So war jetzt heute also der erste ganze Konferenztag und ich lasse ihn für Euch gerne Revue passieren. Er war erfüllt mit vielen guten Eindrücken. Vorab – Worship war heute mit Kathryn Scott und es ware eine Wonne. Man merkt von vorne bis hinten – eine Schülerin von Brian Doerksen. Klar, jesusmässig und zugänglich versteht sie Menschen in die Gegenwart Gottes zu führen. Dann übernimmt Richard Clinton und steigt mit Bibelarbeit zu 2. Timotheus ein und geht der Frage nach ‚Wie bleibe ich in der Spur?‘ Die grundlegende Frage der drei Bibel-Studies ist die Frage, wie kann ich bis zum Ende durchhalten. Kern-Idee: Niemand beendet Leiterschaft und den Dienst, aufgrund von mangelnder Ressourcen.
Tendenzen bei Leitern
• Je erfahrener ich werde, desto pessimistischer werde ich. Je mehr Enttäuschungen entstehen, desto mehr Erwartungen nicht eintreten
• Der Glaube wird angegriffen, dass Gott seine Dinge tut. Je besser man wird, desto weniger sucht man Gott, weil man es ja ‚gut‘ kann.
• Wie kann man mit all den Änderungen mitgehen … muss man das alles mitmachen
Um diesen Tendenzen konstruktiv zu widerstehen ist Glaube ist eine wichtige Grundhaltung für eine positive Haltung – Kraft, Liebe und Selbstdisziplin. Diese Disziplin äußert sich in:
• WO schaust du hin auf das halbvolle ODER halbleere Glas
• Wenn etwas nicht funktioniert, WORAUF schaust du?
Nach der Kaffepause geht es weiter mit Ulrich Eggers und seiner Frage – Sind gesunde Leiter ehrliche Leiter. Im Besonderen beleuchtet er das Leben eines Leiters in der Wahreit. Klasse Einsicht für mich … es geht nicht in erster Linie nicht um den moralischen Anspruch von Wahrheit in meinem Leben, sondern es geht um das Leben, das Gott mir anbietet in der Wahrheit EINS und GANZ zu leben. Wenn mein Leben nur eine Version hat, dann muss ich mir nicht ständig überlegen, wem ich welche Version zeige. Dort wo ich meine Gedanken zeige, kann das Licht mich in der EINEN Wahrheit halten. Dort wo ich das Zeigen unterbinde, greift die Dunkelheit Raum und fremde Machtbereiche in meinem Leben ein. Berührt mich dann noch der Gedanke von ihm, das vor allem ambitionierte Gemeinden oder Bewegungen anfällig für die Unwahrheit sind, weil es so klar ist, was richtig und wünschenswert ist. Wenn also Zweifler und Individualisten keinen Platz mehr haben und die Gemeinschaft aus Furcht oder falscher Loyalität in Konformität versinkt, dann nährt das Lüge und raubt die eigentliche Vitalität einer Gemeinschaft.
Mittagspause … finger food und angeregte Diskussionen um die Thesen von Eggers am Mittagstisch. Dann um 14.30 Uhr treffe ich Michael Anders Hansen von ECPN und wir plaudern angeregt über die bisherigen Erfahrungen, die er mit der ECPN gesammelt hat. Sein zentrales Anliegen: In Europa sind wir so fixiert darauf zuerst alles zu verstehen und gedanklich zu durchdringen, bevor wir etwas tun. Hier brauchen wir den gesunden Pragmatismus aus den Staaten oder UK.
Nach dem Kaffee schlüpfe ich noch schnell in den Sex-Workshop von Wilf und Christa Gasser und höre, wie es Mann und Frau gut ergeht, wenn sie eine Sexualität leben, die getragen ist von Vertrauen und Innigkeit. Dieser Raum ermöglicht sexuelle Begegnung, wie Gott sie gedacht hat. Sexuelle Begegnung aus Leidenschaft ist nicht falsch, wenn sie jedoch die einzige Triebfeder ist, steht die Beziehung auf einem wackeligen Fundament und erfüllte Sexualität wird eingetauscht in eine schnelle Bedürfnisbefriedigung. Ich finde es klasse, dass wir im Plenum mit 400 Leute über Sex reden. Denn es ist eine der großen Kraftfelder in unserem Leben und wir brauchen auch hier gegenseitige Ermutigung, eine gesunde, jesusmässige Sexualität zu entdecken und zu leben, die den anderen ganzheitlich (Körper, Seele, Geist) annimmt, bejaht und freisetzt.
Der Abend war ein Hammer … Worship mit Kathryn … keine weiteren Kommentare … dann Interview mit Familie Keller – Roger, Deborah und Abraham. Das war ein Genuss – die Kellers leben areligiös und radikal für Jesus und das ist einfach und anstecken. Danke Kellers für Euer Lebenszeugnis … Klasse!
So jetzt war’s dann doch recht spät und jetzt Martin los. Sein Input. Leben als Diener (ist nach innen gerichtet – IN) Jesu Priorität war die Jünger in den Dienst einzuführen. Dann kommen die Beziehungen. Die Weitergabe des Glaubens ist unser Lebenssinn. Es ist eben nicht zuerst eine Frage der Begabung. Die Story von der Ehebrecherin war zuerst eine Botschaft für die Jünger.
Es geht zuerst um eine grundsätzliche Lebensentscheidung, für Jesus ‚dumm auszusehen‘. Kenntnis dafür, sein Leben zuerst verlieren muss, damit er es erhalten kann. So nur wird er das Leben Jesu multiplizieren. Es ist keine Frage der Begabung, sondern eine Frage des Gehorsams. Wenn du das nicht eingehst, dann hast du als LeiterIn keinen Platz.
Was Jesus uns geben will,
• Gilt unseren Freunden und unserer Familie (wir dürfen sie für Christus gewinnen – siehe die Schwiegermutter von Petrus)
• Die Art und Weise, wie ich mit meiner Familie und meinen Freunden umgehe, ist die mit Jesus umzugehen.
• Familie – auch in der Bewegung – geht es um Verschenken. Wenn wir vergleichen und in einen Wettbewerb innerhalb der Vineyard ist das Dein Abgang als Leiter.
• Wer sich im leiten sich selbst dienst, wird fallen. Er wird keine Zukunft haben.
Wenn wir uns an andere verschenken, dann kommen die besten Leute um euch herum und dann ist die Priorität sich einander zu verschenken. Wenn Gemeinde für die ein Projekt ist, dann wird es zerfallen, sondern wir wollen Gemeinden als Familien entwickeln. Alters- und kulturell durchmischt sein. Freunde sind die Grundlage für unser Leben. In Bern haben wir entschieden die eigenen Interessen zurückzustellen, füreinander da zu sein.
Again … ich bin dankbar und glücklich, Teil einer Bewegung zu sein, die beziehungsorientiert vorgeht … sei es in der Spiritualität oder im Miteinander unter Menschen. Ein schöner, voller, anregender Tag geht zu Ende. Er klingt aus mit einem Glas Bier in der Hotellobby und mit freudiger Erwartungen auf morgen schließen wir an dieser Stelle.
Marcus, eine super Zusammenfassung. Vielen Dank dafür. Ist sehr hilfreich für so schreibfaule Leute wie mich. Vielen Dank auch für Deine Freundschaft. Du bist ein wahrer Freund.
Lieber Marcus,
Deine Zusammenfassung ist genial. Man erlebt das Ganze noch einmal. Danke