Heute fand zum zweiten mal im Rahmen des ‘Tages der Generationen’ auf der Zeltstadt das Café FreshEX statt. Ziel, Menschen Mut zu neuen Formen von Gemeinde zu machen. Diesmal waren dabei: Tobi Wörner, Leiter des Jesus-Treffs Stuttgart, Steffen und Sybille Beck Gründer und Leiter des icf Karlsruhe, Mike Schmidt, Gründer und Leiter des icf Reutlingen, Wolfgang Fuchs vom Amt für missionarische Dienste, Aleko Vangelis für die Jugendbewegung Soul Devotion und den Jesus-Treff, sowie der Marcus für die Vineyard-Gemeinschaften in Württemberg. Grundsatzreferat und Moderation lag bei Heinrich Hofmann, Leiter von Kirche im Aufbruch. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde fand man schnell ins Gespräch mit den rund 100 interessierten TeilnehmerInnen.
Fazit: Trau Dich was! Es kann gehen, solange du an deinem Traum dran bleibst. Unüberhörbar wurde auf’s Neue deutlich, dass es jungen Aufbrüchen in der Tat gelingt das Lebensgefühl der heutigen Generation zu treffen und konkrete Alternativen für Menschen von heute zu schaffen, wenn es darum geht ihnen eine geistliche Heimat zu ermöglichen. Wiederholt wurde aber auch deutlich, dass es der verfassten Kirche sichtbar an Mut fehlt, wirksame Lösungen für diese Aufbrüche zu schaffen. So berichteten die Becks, dass sie mit der badischen Landeskirche im Dialog standen - es da aber ‘nicht wirklich weiter ging’ und dass ‘man sich zu 80% dazu verwendete, kirchliche Lösungen zu suchen’, anstatt die Energie in Gemeindebau und das Finden von jesusfernstehenden Menschen investieren zu können. Konsequenz: Sie gehen eigene Wege. Markus Schmidt meinte dazu kurz: ‘Ich will eine Kirche für meine Freunde bauen - leider hat die verfasste Kirche nur noch sehr, sehr kleine Türen - dazu sind meine Freunde leider zu ‘dick’. Denn, so Schmidt, ich bin es als Sportler gewohnt, mich effektiv Lösungen zu nähern und da war das icf eine gute Möglichkeit. Was lernen wir daraus? Tobi Wörners Statement war klar zu einer Position innerhalb der evangelischen Kirche, ließ jedoch durchscheinen, dass die konkreten Lösungen, ‘was denn der Jesus-Treff denn nun sei’ auch noch auf sich warten ließe. Pfarrer Wolfgang Fuchs konstatierte, dass ‘church planting, wie in England an der Tagesordnung, in unsere Kirche noch nicht angekommen sei und die zahlreichen Zweitgottesdienste einerseits ein echtes Hoffnungszeichen sind, andererseits an vielen Stellen durch die dünne Mitarbeiterdecke doch sehr herausgefordert seien.
Mir ist in diesem Dialog nochmals neu klar geworden. Die Dinge werden sich nicht von alleine ändern. Es braucht mutige Frauen und Männer, die etwas riskieren. Die ihr Leben dafür einsetzen, dass Gemeinde Jesu Christi das Gesicht unserer Zeit trägt. Die Frage ob Freikirche, katholische Kirche oder Landeskirche sollte eine Frage der persönlichen Platzanweisung sein. Dort wo die Platzanweisung duch fehlende Strukturen oder Prozesse in die Freikirche verdrängt wird, macht sich Kirche schuldig an den eigenen Leuten. Das kann man - das muss man ändern. Meine Einschätzung: In der Landeskirche herrscht Glasnost. Viele Menschen denken an vielen Orten Neues. Wann Perestroika einsetzt? Wir dürfen gespannt sein. Bis dahin werden es die jesusmässigen Idealisten vom Café FreshEX es halten wie die Hummel. Diese kann nämlich nach den Gesetzen der Aerodynamik nicht fliegen. Und sie fliegt doch, denn sie weiß es nicht.
OK. Habt Mut. Der neue Wein braucht neue Schläuche. Ich wünsche mir für meine Landeskirche, dass sie über ihren bisherigen parochialen Horizont hinaus denkt. Noch ist die Angst größer.