Geistliche Aufbrüche und die Strukturen der Landeskirche
Podium beim Kongress Wachsende Kirche
Aus der Diskussion um „Emerging Church“ und Wachstum an den „Rändern der Landeskirche“ entstand der Wunsch nach einer zusätzlichen Podiumsrunde auf dem Kongress Wachsende Kirche.
Uhrzeit: Freitag, 11. April, 19 bis 20 Uhr (während des Abends der Begegnung)
Ort: Liederhalle, Beethovensaal.
Podiumsteilnehmer/innen:
- Ralf Albrecht, Dekan in Nagold
- Willi Beck, Akzente-Gemeinde Sulzbach
- Sandy Dettenhammer, Jesustreff Stuttgart
- Marcus Hausner, Vineyard Württemberg
- Daniel Kuhn, FlaminGo-Jugendgottesdienst Reutlingen
- Prof. Dr. Christian Rose, Prälat in Reutlingen
Moderation: Johannes Eißler, Pfarrer beim Amt für missionarische Dienste
Im September 2006 wurde mir auf dem Oberkirchenrat in Stuttgart erklärt, dass die evangelische Landeskirche Württemberg kein Interesse hat an einer charismatischen Profilgemeinde. Dass das starre Festhalten an der Parochiestruktur als der beinahe einzigen Möglichkeit Kirche zu sein, überholt ist, zeigt die EKD Studie Kirche der Freiheit. Nur wenn keine zur Monokultur führenden Eingriffe in die Schöpfung unternommen werden, kann sich die Fülle und Vielfalt einer Blumenwiese in ihrer Schönheit entwickeln. Ein guter Gärtner kennt kein Unkraut.
“Ein guter Gärtner kennt kein Unkraut.”… aber doch sehr wohl Wildkräuter. Diese entziehen teilweise auf rabiate Art und Weise dem im vorhandenen Klima und Alltag Gewachsenen die natürliche Lebensgrundlage - und gehen dann selbst zugrunde, weil sie für diese Bedingungen nicht geschaffen sind.
Die EKD-Studie Kirche der Freiheit zeigt nicht auf, dass die Parochiestruktur überholt ist. Sie ist der Meinung, dass in Regionen, in denen kirchliche Traditionen fremd sind und kirchliche Arbeit erst langsam und vorsichtig und mit viel Geduld wieder aufgebaut werden muss, unterschiedliche Strukturen, die dazu helfen, in Betracht gezogen werden müssen.
Die Württembergischen Evangelische Landeskirche ist immer noch eine Volkskirche mit Tradition. Sie hat eine Struktur, die dazu beiträgt, sowohl auf den kleinsten Albdörfern wie in den Großstädten Kirche leben zu können. Warum sollten wir das aufgeben zugunsten von Profilgemeinden, die bestimmten Gruppen dienen und letztendlich dazu beitragen, von der Volkskirche zur Nischen-Kirche zu werden?
Gärtner sprechen heute statt von ‘Unkraut’ eher von ‘unerwünschtem Aufwuchs’ - zum Beispiel ist auch eine Weizenpflanze in einem Salatbeet aus Sicht des Gärtners unerwünscht und damit ‘Unkraut’bzw. ‘Ungras’. Es ist demnach aus gärtnerischer Sicht nicht korrekt, ‘Unkraut’ einfach mit ‘Wildkraut’ gleichzusetzen.
Es stellt sich nun davon abgeleitet die Frage: wer ist denn in der Kirche der Gärtner, also derjenige, der definiert, was erwünscht ist und was nicht – ist es der Oberkirchenrat, oder ist es nicht vielmehr unser aller Herr ?
Zum Stichwort ‘Wachstum an den Rändern’ würde mich noch interessieren, wie ‘Rand’ in unserer Kirche definiert wird – denn der Vergleich der Realität in unserer Kirche mit z.B. 1.Kor.12+14 zeigt aus meiner Sicht erhebliche Diskrepanzen.
Wäre folglich nicht auch Paulus eine ‘Randerscheinung’ in unserer Kirche ? (vgl. auch ‘Berliner Erklärung’ von 1909)
Also: was ist ‘Rand’, was ist ‘Mitte’ dieser Kirche ?
Hallo Marcus,
ich finde es toll wie du und die drei Anderen das Anliegen Jesu vertreten habt. Schade dass so viel über Struktur (= Macht) geredet wurde…
Die Frage richtige ist von dir gestellt worden: “Was ist die Mitte”? Und die Ränder der Diskussionsrunde standen meiner Meinung nicht nur räumlich am Rand.
Macht weiter so. GBY.
Ich wollte mich bei dir mal nachfragen, ob es wieder eine Veranstaltung / Treffen gibt?